Skateboard fahren – was ich dadurch über das Leben lernte

Ich habe locker 6 Jahre meines Lebens mit Skateboardfahren verbracht. Und heute bin ich mit meinem Skatebuddy wieder einmal, nach ungefähr 2 Jahren ohne Brett, losgezogen. Wir waren zu fünft und es hat geregnet aber wir hatten ein paar Spots wo wir dennoch fahren konnten. Es war ein wahnsinns Gefühl wieder auf dem Brett zu stehen. Durch meine Zeit mit diesem Sport habe ich einiges über das Leben und über mich gelernt. Das komische am Rollbrettfahren ist, dass ich es mag mit mehren Leuten unterwegs zu sein und doch nur mich für Fehler oder gelungene Sachen verantwortlich machen zu können.

In der Gruppe ist es einfach toll, man probiert etwas und ist kurz davor etwas zu schaffen und die Leute um einen herum feuern ein an, kurz vor dem Aufgeben kommt dein Kumpel vorbei gibt dir eine High Five und sagt: „Los komm noch ein Versuch“. Dann steh ich auf dem Brett alle Augen auf mich und ein Moment der Stille kehrt ein. Nur ich und das Board unter meinen Füßen.

Du fühlst den Belag unter dir. Das Board vibriert. Du richtest deine Füße aus. In deinem Kopf herrscht Leere. Es fühlt sich gut an. In deinen Gedanken weißt du was du machen willst und gehst den Bewegungsablauf nochmal durch. Dann kommt der Moment vor dem Hindernis und du führst es einfach nur aus. Kein Gedanke zieht dir durch den Kopf und dann landest du mit beiden Beinen sicher auf dem Brett und rollst aus. Die Realität bricht über dir herein, ein Glücksgefühl schießt durch deinen Körper und die Jubelrufe und der Applaus der Mannschaft erfüllt die Luft. Du reißt deine Arme hoch und verleihst der Freude ausdruck.

Dann machst du das auch für die Leute mit denen du unterwegs bist. Du feuerst sie an, du versuchst Tipps zu geben, du motivierst sie weiter zu machen. Wie im echten Leben bzw. sollte es genau so sein. Dann steht dein Buddy seinen Trick… du teilst seine Freude und freust dich für ihn. In diesem Stadium haben wir uns in immer neue Höhen gepusht. Es war der Wahnsinn. Heute an diesem regnerischem Tag war es wie vor 5 Jahren.

Klar das erste Mal wieder auf dem Brett. Das Körpergefühl brauchte kurz bis es wieder da war. Dann war einfach nur Freude und gute Laune angesagt. Neue, nette Menschen habe ich auch kennengelernt. Ich lebe wieder.

Also zusammenfassend habe ich folgende Dinge gelernt und diese sind mir heute wieder in Erinnerung gerufen wurden:

  1. Sobald du Angst hast oder zweifelst, geht es schief. Wenn du dich gut fühlst dann tu es einfach.
  2. Du musst niemanden etwas beweisen.
  3. Freude zu teilen ist das schönste was es gibt.
  4. Du kannst niemanden verwatwortlich machen außer dich selbst.
  5. Spaß kann man mit den kleinsten Dingen haben.
  6. Sei für deine Freunde da, feuer sie an, dann sind sie auch für dich da.
  7. Die Leere im Kopf im Moment des Tricks ist wahrhaftig großartig. Das ist das leben im Moment.
  8. Wage Neues. Schau was passiert.
  9. Frische Luft ist echt cool.
  10. Entdecke deine Umwelt.

Das geilste heute war, dass wir einen alten Schlitten (ja echt, einen Schlitten zum rodeln) gefunden haben. Wir sind dann drüber gesprungen und es war so geil. Wer hätte gedacht das man mit einem Schlitten an einem regnerischen Tag so viel Spaß haben kann. Alle zusammen haben gelacht und es ging an sich, echt eine Menge geiler Scheiß mit dem Teil.

Ich glaube das wir in allem was wir tun solche Sachen entdecken können. Es war schön sich wieder in etwas zu verlieren und dabei so viel Spaß mit Freunden zu haben. Ich werde morgen so was von Muskelkater haben aber das ist total egal. Das war es wert.  Heute habe ich mich wieder jung gefühlt und morgen garantiert wie ein alter Mann… Ich freu mich da auch schon drauf. Beim nächsten mal scheint hoffentlich die Sonne und unser Park ist trocken. Dann geht noch mehr. Höher, schneller, weiter… Ich habe wieder so Bock. Zu alt bin ich auch noch nicht für den Scheiß.

Leute geht raus und habt Hobbys, genießt sie und lebt. Verliert euch in etwas was ihr gerne macht.